Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff zeichnet im Rahmen des Neujahrsempfangs am 14. Januar 2008 im Seebad Heringsdorf Wieland Bahlcke und Wolfgang Brost mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus.
Ringstorff: “Dieser Orden wird nur wenigen verliehen. Er soll etwas Besonderes sein und eine ausgewählte Ordensgemeinschaft mit unserem Land verbinden. Wir wollen damit außergewöhnliche Leistungen würdigen - für den Aufbau, die Festigung und den Fortschritt Mecklenburg-Vorpommerns. Die Auszuzeichnenden haben herausragende und beispielhafte Leistungen für das Land und seine Menschen erbracht. Sie sind wertvolle Botschafter für Mecklenburg-Vorpommern, obwohl - oder vielleicht gerade weil sie hier nicht ihren Wohnsitz haben.”
Wieland Bahlcke ist Gründer des “Freundeskreises der Kirche zu Lindow”. Dass die Kirche in Lindow im Dorf geblieben ist, ist ganz maßgeblich sein Verdienst. Als er 1990 nach vielen Jahren erstmals wieder seine alte Heimat besuchte, in der seine Vorfahren seit Generationen die Domäne Lindow bewirtschaftet hatten, fand er ein Gotteshaus vor, das dem Verfall preisgegeben war: ausbröckelndes Mauerwerk, ein undichtes Dach, morsche Türen, eine eingefallene Kirchhofsmauer - all das ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Denn es war gerade seine Familie, die sich in über zweieinhalb Jahrhunderten immer wieder in besonderer Weise für die Heimatkirche eingesetzt hatte. Um die Restaurierung der Kirche zu organisieren, gründete er 1992 mit Familienangehörigen und Freunden den “Freundeskreis der Kirche zu Lindow” in Mecklenburg-Strelitz. Unermüdlich sammelte er Spenden und setzte auch eigene finanzielle Mittel ein.
Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff: “Deshalb konnten schon 1997 mit Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Dach und Außenhaut komplett saniert werden. Bereits im Folgejahr wurde mit der Innenrenovierung und der Restaurierung von Kanzel und Altar begonnen. Und in einem der Rundbriefe des Freundeskreises haben Sie bereits ein weiteres großes Ziel verkündet: den Neubau des Kirchturmes. Einst als Fachwerkbau 1770 von Ihrer Familie gestiftet, wurde er 1968 abgerissen.
So wird die jahrhundertealte Lindower Kirche auch nachfolgenden Generationen Heimat und Herkunft vermitteln und Zeugnis ablegen von dem Lebensweg vieler Menschen, die mit ihr verbunden waren.”
Wolfgang Brost hat die Beziehungen und die Freundschaft der Bundesrepublik und insbesondere auch Mecklenburg-Vorpommerns zu Norwegen seit Jahren an maßgeblicher Stelle vielseitig mit Leben erfüllt. Nach eindrucksvollem ersten Berufsleben als hochrangiger Offizier bei der Bundeswehr hat er über viele Jahre als Sonderbeauftragter des norwegischen Außenministeriums mit großem persönlichen Engagement die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Norwegen mitgestaltet. 1998 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins Munch-Haus e.V. und wurde anschließend bis 2005 Vorstandsmitglied des Edvard-Munch-Hauses e.V. in Rostock-Warnemünde.
Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff: “Durch Ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit haben Sie einen maßgeblichen Beitrag zur Etablierung des Vereins “Edvard-Munch-Haus” als feste Größe im Kontext der deutsch-norwegischen Beziehungen geleistet. Die Deutsch-Norwegischen Kulturtage, Konzerte und Treffen mit Wirtschaftsvertretern - alle diese Veranstaltungen und Zusammenkünfte gingen ganz wesentlich auf Ihre Initiative zurück.
Sie haben intensiv dazu beigetragen, dass unser Bundesland Mecklenburg-Vorpommern in Norwegen als Kultur- und Wirtschaftsregion wahrgenommen wird. Vieles wäre ohne Ihre Unterstützung, Ihre guten Kontakte und Ihr Zutun nicht möglich gewesen. Sie haben uns manche Tür geöffnet.
Ich danke Ihnen ganz herzlich und gratuliere Ihnen zu Ihrer Auszeichnung.”
Der Ministerpräsident abschließend: “Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in den Städten und Dörfern des Landes. Vieles, was hier geleistet wird, wäre ohne ihre Mitwirkung gar nicht denkbar. Ich wünsche mir, dass viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes diesem Beispiel folgen, weil es sich lohnt, für eine gute Sache einzutreten. Denn auch 2008 wollen wir mit Schwung und Elan gemeinsam die vor uns liegenden Aufgaben meistern.”